Heute war Gneralprobe mit Gamin: 18 Kilometer in den Bergen um Roiffieux,
Nach dem Gamin anfänglich meinen Packtaschen gegenüber mit grosser Angst begegnete, und wir uns Zeit nehmen mussten, ihn mit den Dingern vertraut zu machen, ging es los. Und er folgte brav und mit suchrem Schritt.
Der Wind blies teilwise heftig mit starken Böen, Vor allem auf dem Berg. Aber was für eine Landschaft!
In den Vogesen erwacht der Frühling erst; aber hier in der Ardèche ist alles ein Rausch an Blüten und Blumen.
So langsam habe ich gnug von den Trainingstouren, auch wenn die heutige natürlich sehr wichtig xar. Dennoch: Was freue ich mich, dass es morgen endlich richtig losgeht!
Kein Lied passt besser zu diesem Tag als das da:
Nun gut, es ist noch niht ganz Mi, aber alles andere passt!
1800 Kilometer Zu Fuss, von der Ardèche in Frankreich bis nach Apulien in Italien. In Begleitung von Packesel Gamin. Eine einzigartige Pilgerfahrt auf den Spuren von Aldo Moro. Eine Expedition ins Unbekannte, mit den Mitteln des 19 Jahrhunderts und dem Herzen der 70er Jahre in der Realität von 2015.
Posts mit dem Label Der Countdown läuft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Der Countdown läuft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 16. April 2015
Mittwoch, 1. April 2015
Übergang
Der April hat angefangen, der Monat des Aufbruchs. über ein Jahr habe ich nun geplant, mich vorbereitet und nun ist es auch wirklich bald soweit.
Ich bin innerlich so richtig bereit.
Ich hatte Befürchtet, dass ich so kurz davor nur noch ein Nervenbündel bin. Aber dem ist nicht so. Der Übergang ist wohl doch sanfter als erwartet.
Neben den klassischen und oft besprochenen Risikofaktoren, gibt es nun drei Punkte die im Vorfeld kritisch sind:
* Ich reise mit einem Tier das ich noch nicht kenne. Gamin und ich müssen uns unterwegs kennenlernen. Das wird noch was geben ;)
* Meine physische Kraft. Trotz monatelangem Training bin ich nach 15 km immer noch genau so fertig, wie nach dem ersten mal. Ich komme über meine (unterdurchschnittliche) Belastbarkeitsgrenze einfach nicht hinaus. Dagegen wird wohl nur helfen, es langsam und ruhig angehen zu lassen. Zum Glück habe ich Zeit. Theoretisch darf die Reise auch länger gehen, als geplant.
* Meine Finanzen sind so gut wie am Ende. Der Kauf von Gamin, dann noch mal Tierarzt für Heidi, für Gamin, (Impfungen) das ganze Versenden der Ausrüstung per Post nach Roiffieux...Kurz: Ich breche praktisch pleite auf.
Übernachtungen in bezahlten Gîtes liegen nicht mehr drin und auch die Verpflegung wird spartanisch rationiert werden müssen.
Aber mit all dem werde ich es aufnehmen. Apulien ruft, ich höre die Trommeln, ich fühle Aldos Hand, seine Augen strahlen und JFK freut sich auf eine "neue Grenze".
Ich bin innerlich so richtig bereit.
Ich hatte Befürchtet, dass ich so kurz davor nur noch ein Nervenbündel bin. Aber dem ist nicht so. Der Übergang ist wohl doch sanfter als erwartet.
Neben den klassischen und oft besprochenen Risikofaktoren, gibt es nun drei Punkte die im Vorfeld kritisch sind:
* Ich reise mit einem Tier das ich noch nicht kenne. Gamin und ich müssen uns unterwegs kennenlernen. Das wird noch was geben ;)
* Meine physische Kraft. Trotz monatelangem Training bin ich nach 15 km immer noch genau so fertig, wie nach dem ersten mal. Ich komme über meine (unterdurchschnittliche) Belastbarkeitsgrenze einfach nicht hinaus. Dagegen wird wohl nur helfen, es langsam und ruhig angehen zu lassen. Zum Glück habe ich Zeit. Theoretisch darf die Reise auch länger gehen, als geplant.
* Meine Finanzen sind so gut wie am Ende. Der Kauf von Gamin, dann noch mal Tierarzt für Heidi, für Gamin, (Impfungen) das ganze Versenden der Ausrüstung per Post nach Roiffieux...Kurz: Ich breche praktisch pleite auf.
Übernachtungen in bezahlten Gîtes liegen nicht mehr drin und auch die Verpflegung wird spartanisch rationiert werden müssen.
Aber mit all dem werde ich es aufnehmen. Apulien ruft, ich höre die Trommeln, ich fühle Aldos Hand, seine Augen strahlen und JFK freut sich auf eine "neue Grenze".
Freitag, 27. März 2015
GR56
Es ist schon manchmal ein komisches Gefühl wenn das "grosse Zeitgeschehen" die eigene kleine Welt zummindest streift. Seit Ich anfing die neue Route zu planen, jene über den Vercors und die Seeealpen also, wurden plötzlich Ortsnamen Teil meiner Welt, von denen ich vorher noch ne was gehört hatte; Peyrus, Breil sur Roya, Seyne, Barcelonnette...
Und plötzlich weiss die ganze Welt wo Barcelonnette liegt.
Mein Weg durch die Alpen, der GR53, (Chemin de Grande Randonnée / "Grosser Wanderweg") führt bis zu 3,5 km an der Absturzstelle vorbei.
Der Weg an dieser Stelle, der Ravin de l'Elve dürfte überhaupt einer der schwierigsten Stellen des Pfades sein. Ich hoffe inständig, ein Esel kommt da noch durch. Und ich erst. Immerhin hat Gamin ja die Pyrenäen überquert, auch dort gibt es sehr schwierige Strecken. Aber ich... Mit ein bisschen Vogesengetippel als Übung.
Erinnerungen weden wach. Vor fast 20 Jahren zeichnete ich einen Comic über ein abgestürztes, deutsches Flugzeug in den Alpen.
Nun, sofern mein Weg wirklich über den GR56 gehen wird. man weiss ja nie. Ich habe aufgehört, meine Pläne in Stein zu meisseln, ich werde flexibel und so reisen, wie der Wind die Segel gerade füllt.
Im Endeeffekt zählt nur, dass ich irgendwie nach Torrita Tiberina und Maglie komme.
Und plötzlich weiss die ganze Welt wo Barcelonnette liegt.
Mein Weg durch die Alpen, der GR53, (Chemin de Grande Randonnée / "Grosser Wanderweg") führt bis zu 3,5 km an der Absturzstelle vorbei.
Der Weg an dieser Stelle, der Ravin de l'Elve dürfte überhaupt einer der schwierigsten Stellen des Pfades sein. Ich hoffe inständig, ein Esel kommt da noch durch. Und ich erst. Immerhin hat Gamin ja die Pyrenäen überquert, auch dort gibt es sehr schwierige Strecken. Aber ich... Mit ein bisschen Vogesengetippel als Übung.
Erinnerungen weden wach. Vor fast 20 Jahren zeichnete ich einen Comic über ein abgestürztes, deutsches Flugzeug in den Alpen.
Nun, sofern mein Weg wirklich über den GR56 gehen wird. man weiss ja nie. Ich habe aufgehört, meine Pläne in Stein zu meisseln, ich werde flexibel und so reisen, wie der Wind die Segel gerade füllt.
Im Endeeffekt zählt nur, dass ich irgendwie nach Torrita Tiberina und Maglie komme.
Dienstag, 17. März 2015
where to look amid the garbage and the flowers...
Dieser Tage
übe ich ganz intensiv mit dem GPS. In wenigen Wochen werde ich in mir völlig
unbekannten Gebiet wandern und dann sollte ich das Ding wenigstens beherrschen.
Heute riss ich also ca 15 Kilometer (eine Tagesleistung) ab, in dem ich einem
zuvor am PC erschaffenen Track auf dem GPS folgte.
Es ging durch Wälder, Unterholz und Gestrüpp und ohne das Teil hätte ich mit Sicherheit nach kurzer Zeit nicht mehr gewusst, wo hinten und vorne, oben und unten ist.
Naja, ich wusste es auch so nicht, aber solange das blaue Pfeilchen auf dem Display der rosa Linie folgte, war alles in Butter.
Es ging durch Wälder, Unterholz und Gestrüpp und ohne das Teil hätte ich mit Sicherheit nach kurzer Zeit nicht mehr gewusst, wo hinten und vorne, oben und unten ist.
Naja, ich wusste es auch so nicht, aber solange das blaue Pfeilchen auf dem Display der rosa Linie folgte, war alles in Butter.
Die Tour
führte durch die so typischen Vogesenwälder: Mit teilweise solchen Wegen:
Weniger schön war dann diese Entdeckung:
Ich finde das
zum Kotzen. Wer entsorgt bitte seine Autoteile einfach so im Wald? Es gibt
überall professionelle Auto-Verschrotter. Es macht bestimmt nicht mehr Mühe
(eher weniger) seine Altkarre zu einem solchen zu fahren, statt die Teile in der Natur zu
verteilen.
Aber wie im
Lied "Suzanne" von Leonard Cohen beschrieben, muss man wissen, wohin
man gucken muss, zwischen dem Abfall und den Blumen. Und so wurde am Ende eines
Pfades, vor einer Kreuzung mein Blick sanft gelenkt:
Auf den Boden,
auf eine kleine Reh-Abwurf Stange. Ich war so aufgeregt! Schon immer habe ich
mir gewünscht, einmal eine zu finden. Und in so manchen Nächten träumte ich,
dass dies passiert.
Ich hob sie
auf und da fiel mein Blick auf eine..nein ZWEI weitere!
Es war wie im
Märchen. Ein intensiver Augenblick des Glücks. Still und kraftvoll war die Magie
über mich hereingebrochen.
Drei Krickel -
aber warum drei? Aber ja doch: Eine für Aldo, eine für JFK und eine für mich.
Wir sind auf
dem richtigen Weg, die Natur spricht zu uns mit uns und durch uns.
Ich packte die
Rehstangen ein und ging leichten Fusses weiter. Ich habe mich nicht einmal
verlaufen. Alles ist im Fluss.
Dienstag, 10. März 2015
Total Reboot
Monate lang habe ich nun mit Heidi trainiert.
Zusammen haben wir viel gelernt und viel erreicht. Dann fing es an mit ihren Problemen. Erst schleichend, dann immer auffälliger: Das unerklärliche Abmagern, die zunehmende Nervosität.
Knapp zwei Monate vor dem geplanten Start der Reise war es also an der Zeit, Bilanz zu ziehen und sich die ehrliche Frage zu stellen : Kann ich es verantworten, Heidi mit auf die Pilgerfahrt zu nehmen?
Ich habe hin und hergerechnet. Habe abgewogen, zwischen der mitzunehmenden Futterration und dem zulässigen Höchstgewicht. Ich habe angefangen, die Route immer und immer wieder abzusuchen, ob nicht doch diese Hauptstrasse umgangen, jener Bahnübergang vermieden werden kann. Im Geiste sah ich uns durch die Städte Biel und Locarno gehen, durch die endlosen Industriezonen Mailands.
Und schliesslich durch die Halbwüste Basilicates, wo es nur Hitze, Sand und Steine aber kaum Futter geben wird.
Es ist nicht zu verantworten.
Und das heisst: Entweder das Projekt ist jetzt tot, oder ein anderes Tier muss her.
Zusammen haben wir viel gelernt und viel erreicht. Dann fing es an mit ihren Problemen. Erst schleichend, dann immer auffälliger: Das unerklärliche Abmagern, die zunehmende Nervosität.
Knapp zwei Monate vor dem geplanten Start der Reise war es also an der Zeit, Bilanz zu ziehen und sich die ehrliche Frage zu stellen : Kann ich es verantworten, Heidi mit auf die Pilgerfahrt zu nehmen?
Ich habe hin und hergerechnet. Habe abgewogen, zwischen der mitzunehmenden Futterration und dem zulässigen Höchstgewicht. Ich habe angefangen, die Route immer und immer wieder abzusuchen, ob nicht doch diese Hauptstrasse umgangen, jener Bahnübergang vermieden werden kann. Im Geiste sah ich uns durch die Städte Biel und Locarno gehen, durch die endlosen Industriezonen Mailands.
Und schliesslich durch die Halbwüste Basilicates, wo es nur Hitze, Sand und Steine aber kaum Futter geben wird.
Es ist nicht zu verantworten.
Und das heisst: Entweder das Projekt ist jetzt tot, oder ein anderes Tier muss her.
Es ging alles unheimlich schnell. Ich fand eine Anzeige «ausgebildeter Trecking Esel, hat bereits den Jakobsweg gemacht und viele andre Langzeit Touren».
«Gamin» heisst er und lebt in Roiffieux, Département Ardèche, in der Region Rhône Alpes.
TGV macht's möglich, gestern bereits unternahm ich mit Gamin und seinen Besitzern eine ausgedehnte Tour durch die mediterranen Pinienwälder in den felsigen Höhen, westlich des Ortes.
Ich habe ihn dauernd mit Heidi verglichen - «Heidi würde hier so reagieren, würde das machen». Derweil trottete Gamin die meiste Zeit brav hinter mir her.
Der Kontakt mit dem Besitzer-Ehepaar, beide erfahrene Säumer und Trekker, hat mir unglaublich gut getan. Ihre Herzlichkeit und ihre vielen wertvollen Tips haben mich motiviert und mir neuen Schwung gegeben. Sie haben sich für mein Projekt begeistert.
Am Abend wurde der Kaufvertrag geschlossen. Gamin ist jetzt meiner.
Nun hat es keinen Sinn, Gamin mit einem teuren Transport zu mir in die Vogesen zu karren. Ich werde daher die Route ändern und ab Roiffieux abreisen.
Der gesamte Schweizer Teil der Route wird gestrichen. Stattdessen geht es über das Vercors Massiv, die Seealpen von Westen hinein nach Italien. Auch die Agglomeration Mailand entfällt so. Erst hinter Genua wird auf die alte, ursprüngliche Route eingebogen.
Das fällt mir nicht leicht. Ich hatte mich sehr auf den Schweizer Teil gefreut, den Gotthard, das Entlebuch, das Maggia Tal...
Aber diese Orte sind nicht «die» Pilgerfahrt. Die Pilgerfahrt, das ist Aldo Moro, Torrita Tiberina, Maglie...Und diese Route bleibt ja.
Entfallen wird auch das Besondere, von der eigenen Haustür aus wegzumarschieren um bis vor Aldos Geburtshaustür in Maglie zu wandern.
Ich werde am 15 April den Zug nach Roiffieux nehmen. Dort werde ich bei Gamins Besitzern noch die letzten Vorbereitungen treffen und am 16 eine Probetour mit vollem Gepäck machen.
Und dann, am 17 April, geht es definitiv auf und davon.
Die Route über Südfrankreich ist wesentlich kürzer, allerdings hat es mehr Berge. Dennoch könnte es sein, dass ich einen ganzen Monat früher ankomme...Vielleicht doch schon im September, statt im Oktober. Dann wäre ich doch zu Aldos Geburtstag in Maglie.
Heidi wird während meiner Abwesenheit auf die Weiden von Maupotel kommen, ich bringe sie dieser Tage dahin. Ein Abschied - auf Zeit - der mir auch schwer fâllt.
Noch kämpfe ich innerlich sehr mir dieser grossen Änderung. Auch wenn ich weiss, dass es das einzig richtige war.
Samstag, 14. Februar 2015
Aufgebastet
Der neue Bastsattel hält, was er verspricht. Das Gurten ist etwas anstrengend (Western-System) und braucht ordentlich Muskelkraft - die ich bekanntlich nicht habe :-/ .
Dafür hält das ganze wenigstens mal. Auch das Beladen mit den schweren Taschen (erst eine, dann die andere Seite) destabilisiert die Konstruktion nicht.
Und so habe ich mich in den letzten Tagen ganz der Organisation der Packtaschen gewidmet. Immer wieder umalden, neu wiegen, neu verteilen. Selbst wenn auf beiden Seiten das selbe Gewicht war, so hatten oft beide Taschen ganz unterschiedliche Volumen. Also wieder umpacken. Nun sind wir bei ca 16,8 Kilo je Tasche angekomen und fast alles ist untergebracht. Was noch fehlt, sind die Hufschuhe und die erste Hilfe Sets. Und eine Tasche für oben mittig, in die dann das Futter hineinkommt.
Das mit dem Futter bleibt eine meiner grossen Sorgen. Heidi kann unterwegs grasen, darf aber auch nicht zuviel junges Gras fressen, wegen der Rehe Gefahr. Aber bei der Schufterei braucht sie dennoch ordentlich zu futtern. Ich kann am Anfang Kraftfutter mitnehmen und muss dann halt unterwegs zusehen, wie ich an welches komme. Fragen bei Bauern...
Wie auch immer: So langsam kommen wir in die Zielgerade, was die Vorbereitungen betrifft. Alles ist gekauft - oder fast - Jetzt muss nur noch mit vollem Gewicht trainiert werden. Vor genau einem Jahr fing ich das Training an, noch in Turnschuhen und ohne Saumtier. Was hat sich seither doch alles getan! was für ein Unterschied!
Und so langsam heisst es für mich, innerlich Abschied zu nehmen, von dem sesshaften Leben. Von der heimatlichen Höhle, in die zurückzuziehen mir unendlich viel bedeutet. Aber ich habe es ja so gewollt.
Die selben Dinge die mir Angst machen - die grosse Distanz, die geradzu unvorstellbar lang wirkende Zeit - sind die Dinge, die mich faszinieren, die das Salz in diesem Abenteuer sind.
Ob ich es wirlich bis Maglie schaffe? Werde ich wirklich in der Via Lama vor Aldo Moros Statue stehen? Ich weiss es nicht. Die Zukunft liegt in völliger Dunkelheit. Ich betrachte die Pilgerfahrt als gelungen, wenn ich es zummindest bis nach Torrita Tiberina, zu Aldos Grab schaffe.
Aber Maglie, Apulien...das wär' schon schön.
Donnerstag, 29. Januar 2015
Stiftung Warentest: Hufkratzer
Jeder Equidenbesitzer hat mindestens einen: Einen Hufkratzer. Damit befreit man die Hufe seines Tieres vor und oft auch nach dem Ausreiten, von Erde, Steinchen und Dreck.
Wanderreiter und Säumer müssen das unterwegs sogar noch häufiger machen. Gerade auf steinigen Pfaden können sich allerlei Fremdkörper in den Hufen festsetzen und das kann für das Tier unangenehmen, ja gefährlich werden. Ein Hufkratzer muss also zwingend mit auf die Reise, genau wie Striegel und Bürste.
Auf dem Trainingslauf gestern verklumpte sich tauender Schnee, Kiesel und Matsch schon früh zu grossen Eisbrocken unter Heidis Hufen. So gross, dass das Pferd am Ende wie auf vier Eiskugeln balancierte, ohne dass die Eisen den Boden berührten.
Ich hielt an und fing an, mit dem mitgeführten Hufkratzer den monströsen Dingern auf den Leib zu rücken. Einfacher gedacht als getan! Das ganze war fest wie Beton! Geduldig wartete Heidi, während ich kratzte, klopfte, bohrte und hebelte.
Es ging einfach nicht. Ich nahm die Wasserflasche zu Hilfe, benutzte sie wie ein Hammer und konnte so erst mal das gröbste Eis wegschlagen. Danach bohrte und hebelte ich mit dem Hufkratzer weiter.
Endlich gelang es mir, die Hufe zu säubern.
Aber der Hufkratzer hatte es danach hinter sich. Der Spitz total verbogen!
Das Ding ist vielleicht für einen Ponyhof geeignet, wo kleine Mädchen Manegen-Torf aus den Hüfchen ihrer Shettys pulen. Für den harte-Frauen Einsatz im Gelände ist dieses Gadget nicht konzipiert.
Gut, dass das jetzt rausgekommen ist. Und nicht unterwegs.
Wanderreiter und Säumer müssen das unterwegs sogar noch häufiger machen. Gerade auf steinigen Pfaden können sich allerlei Fremdkörper in den Hufen festsetzen und das kann für das Tier unangenehmen, ja gefährlich werden. Ein Hufkratzer muss also zwingend mit auf die Reise, genau wie Striegel und Bürste.
Auf dem Trainingslauf gestern verklumpte sich tauender Schnee, Kiesel und Matsch schon früh zu grossen Eisbrocken unter Heidis Hufen. So gross, dass das Pferd am Ende wie auf vier Eiskugeln balancierte, ohne dass die Eisen den Boden berührten.
Ich hielt an und fing an, mit dem mitgeführten Hufkratzer den monströsen Dingern auf den Leib zu rücken. Einfacher gedacht als getan! Das ganze war fest wie Beton! Geduldig wartete Heidi, während ich kratzte, klopfte, bohrte und hebelte.
Es ging einfach nicht. Ich nahm die Wasserflasche zu Hilfe, benutzte sie wie ein Hammer und konnte so erst mal das gröbste Eis wegschlagen. Danach bohrte und hebelte ich mit dem Hufkratzer weiter.
Endlich gelang es mir, die Hufe zu säubern.
Aber der Hufkratzer hatte es danach hinter sich. Der Spitz total verbogen!
Das Ding ist vielleicht für einen Ponyhof geeignet, wo kleine Mädchen Manegen-Torf aus den Hüfchen ihrer Shettys pulen. Für den harte-Frauen Einsatz im Gelände ist dieses Gadget nicht konzipiert.
Gut, dass das jetzt rausgekommen ist. Und nicht unterwegs.
Sonntag, 25. Januar 2015
Gezeichnete Selfies und Mitreisende
Als Kind habe ich auf Reisen und in den Ferien meine Abenteuer immer zeichnerisch dokumentiert und da meine Figuren und anderen "unsichtbare Begleiter" stets mitkamen, erzählten die Geschichten auch, wie es ihnen dabei erging. Genaugenommen, erzählte ich nur von ihnen. Schon deswegen, weil ich *mich* nicht zeichnen mochte.
Letzteres finde ich auch heute schwierig. Nicht, weil ich eine so komplexe Visage hätte, sondern weil ich mir komisch dabei vorkomme. Dabei gibt es eine Reihe von Künstlern die, gezeichnet, im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur machen; Roberta Gregory zum Beispiel, aber auch GEIER as himself oder in der Rolle des DOKTOR WER
Solche Beispiele machen mir etwas Mut. Da ich unterwegs keinen grobstofflichen, diesseitigen Begleiter haben werde, der mir Kafffee kocht, Mörder und Halunken vom Hals hält und mich last but not least fotografiert, bleibt mir gar nichts anderes übrig als wenigstens zeichnerisch festzuhalten, dass ich an dieser Pilgerfahrt teilnehme.
Aber natürlich werden John und Aldo immer dabei sein. Denn schliesslich besuchen wir Aldos Grab und JFK kommt mit.
Aldo und ich, wir sind beide Frostbeulen. Das Training bei Kälte macht uns zu schaffen. Nun brechen wir ja erst Ende April auf, dann sollte eigentlich Frühling sein...sollte. Ich erinnere mich an Mai Tage im Minustemperaturenbereich! Und so schwingt beim Packen immer die Angst vor dem Frieren mit.
Letzteres finde ich auch heute schwierig. Nicht, weil ich eine so komplexe Visage hätte, sondern weil ich mir komisch dabei vorkomme. Dabei gibt es eine Reihe von Künstlern die, gezeichnet, im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur machen; Roberta Gregory zum Beispiel, aber auch GEIER as himself oder in der Rolle des DOKTOR WER
Solche Beispiele machen mir etwas Mut. Da ich unterwegs keinen grobstofflichen, diesseitigen Begleiter haben werde, der mir Kafffee kocht, Mörder und Halunken vom Hals hält und mich last but not least fotografiert, bleibt mir gar nichts anderes übrig als wenigstens zeichnerisch festzuhalten, dass ich an dieser Pilgerfahrt teilnehme.
Aber natürlich werden John und Aldo immer dabei sein. Denn schliesslich besuchen wir Aldos Grab und JFK kommt mit.
Dienstag, 20. Januar 2015
Januarkälte
Obwohl das Thermometer heute nur um die ein Grad minus anzeigte, war es heute gefühlt weitaus kälter. Leichter Schneefall. Ich tröste mich damit, dass es Frühling sein wird, wenn wir aufbrechen. Und dennoch: Diese Temperaturen liegen auch dann durchaus drin, vor allem in den Alpen.
Heidi ist ob der Kälte aufgekratzt und lebhaft. Ich habe eigentlich eher Lust mich unter die Decke zu verkriechen, samt Wärmeflasche...
Und dennoch: sobald ein Sonnenstrahl durch die Wolken bricht, schlägt das Herz höher. Der Ruf der Ferne wird immer lauter. Im Wind spüre ich Aldos Hand. So langsam erwacht das innere FEuer wieder.
Ich zeichne auch wieder an den Reisemotiven...
Heidi ist ob der Kälte aufgekratzt und lebhaft. Ich habe eigentlich eher Lust mich unter die Decke zu verkriechen, samt Wärmeflasche...
Und dennoch: sobald ein Sonnenstrahl durch die Wolken bricht, schlägt das Herz höher. Der Ruf der Ferne wird immer lauter. Im Wind spüre ich Aldos Hand. So langsam erwacht das innere FEuer wieder.
Ich zeichne auch wieder an den Reisemotiven...
Mittwoch, 31. Dezember 2014
Abschied vom alten Jahr.
Der letzte Sonnenuntergang im 2014.
Irgendwo hinter diesem Horizont, Süd-Süd-Ost liegt das ferne Ziel. Ab Morgen läuft der Countdown an.
Samstag, 27. Dezember 2014
Farbenlehre
Dass unterwegs gezeichnet werden wird, ist klar. Weniger klar war, womit.
Meine Fässchen mit der flüssigen Ecoline Farbe zu transportieren, ist stets eine riskante Angelegenheit. Schon auf dem Weg vom Regal auf den Tisch kann viel passieren. Mein Teppich mutiert bereits seit Jahren zum bunten Dalmatiner.
Die Ecolines aufs Pferd zu laden kommt also gar nicht in die Frage.
Wie also unterwegs schöne, farbige Zeichnungen herstellen?
Die Lösung liegt in sogenannten Aquarellierstiften. Das sind wasserlösliche Farbstifte. Man kann mit ihnen ganz normal zeichnen und kolorieren. Wenn man danach mit einem nassen Pinsel die Farbflächen übermalt, ist es möglich, einen "Aquarell Effekt" zu erzeugen.
Der Gedanke, nur ein Etui voller Buntstifte, ein paar Pinsel und einen Plastikbecher für das Wasser dabei zu haben und damit in der Lage zu sein, wo immer ich gerade bin, hochfeine Zeichnungen zu realisieren, ist sehr spannend.
Doch bedeutet das für mich, ich muss eine neue Technik erlernen. Um sie auf der Reise einigermassen zu beherrschen, fange ich jetzt mit dem Üben an. Alles muss neu probiert und aus-experimentiert werden: Die Menge an Wasser, die Druckstärke mit dem Stift... Das Gespür für die zu erwartenden Mischergebnisse muss erst wachsen.
Das ist alles andere als einfach. Aber so langsam werden die Ergebnisse besser. Wie echtes Aquarell sieht das dann (zummindest bei mir) nicht aus. Aber nach etwas anderem, eigenen.
Meine Fässchen mit der flüssigen Ecoline Farbe zu transportieren, ist stets eine riskante Angelegenheit. Schon auf dem Weg vom Regal auf den Tisch kann viel passieren. Mein Teppich mutiert bereits seit Jahren zum bunten Dalmatiner.
Die Ecolines aufs Pferd zu laden kommt also gar nicht in die Frage.
Wie also unterwegs schöne, farbige Zeichnungen herstellen?
Die Lösung liegt in sogenannten Aquarellierstiften. Das sind wasserlösliche Farbstifte. Man kann mit ihnen ganz normal zeichnen und kolorieren. Wenn man danach mit einem nassen Pinsel die Farbflächen übermalt, ist es möglich, einen "Aquarell Effekt" zu erzeugen.
Der Gedanke, nur ein Etui voller Buntstifte, ein paar Pinsel und einen Plastikbecher für das Wasser dabei zu haben und damit in der Lage zu sein, wo immer ich gerade bin, hochfeine Zeichnungen zu realisieren, ist sehr spannend.
Doch bedeutet das für mich, ich muss eine neue Technik erlernen. Um sie auf der Reise einigermassen zu beherrschen, fange ich jetzt mit dem Üben an. Alles muss neu probiert und aus-experimentiert werden: Die Menge an Wasser, die Druckstärke mit dem Stift... Das Gespür für die zu erwartenden Mischergebnisse muss erst wachsen.
Das ist alles andere als einfach. Aber so langsam werden die Ergebnisse besser. Wie echtes Aquarell sieht das dann (zummindest bei mir) nicht aus. Aber nach etwas anderem, eigenen.
Mittwoch, 19. November 2014
The old era is ending...
Bald ist es exakt ein Jahr her, seit ich den Entschluss zur Pilgerfahrt fasste.
Es sind noch 156 Tage bis zum geplanten Aufbruchstag. Mehr denn je scheint mir das Unterfangen verrückt, unmöglich und kaum realisierbar. Und dennoch: Was hat sich in diesem Jahr alles getan! Zwischen der Ersten Idee und der Situation jetzt liegen Welten. Welten an Erfahrungen und Welten des Lernens.
Anderthalb Jahre Vorbereitung - das ist wahrlich nicht zu viel gewesen.
Mein altes Leben ist eine abkühlende Glut. Fast jeden Tag mache ich etwas "so zum letzten Mal". Unweigerlich nähert sich die gefürchtete Phase in der das Alte nicht mehr und das Neue noch nicht ist. Dieses schwarze Loch, das es zu überwinden gilt.
Und noch habe ich mich nicht wirklich an den neuen Lebensrhythmus gewöhnt. Fühle mich immer noch unter Druck, will leisten, schnell fertig werden, will mich irgendwo "bewerben", hoffe auf Erfolg.
Je näher das unbekannte rückt, desto mehr suche, brauche ich Halt beim Schutzpatron und Ziel meiner Reise: Aldo Moro. Ich schreibe ihm Briefe, Bitte um Beistand, fühle seine Wärme und freue mich über kleine Zeichen.
Aber auch John F's Energie ist mehr denn je gefragt. Denn der Pionier, der Abenteurer, das ist er. Die "Neuen Grenzen" der Aufbruch ins Unbekannte, das war sein Lebensthema. Sowohl auf intellektuell geistiger Ebene, als auch auf der physischen.
Sein Mut gibt mir halt. Obwohl - oder gerade deshalb, weil er gesagt hat "Die Geschichten von Mut in der Vergangenheit kann uns inspirieren, kann uns Hoffnung geben, aber nicht Mut an sich. Dafür muss jeder Mensch in seine eigene Seele blicken.". Doch
Es sind noch 156 Tage bis zum geplanten Aufbruchstag. Mehr denn je scheint mir das Unterfangen verrückt, unmöglich und kaum realisierbar. Und dennoch: Was hat sich in diesem Jahr alles getan! Zwischen der Ersten Idee und der Situation jetzt liegen Welten. Welten an Erfahrungen und Welten des Lernens.
Anderthalb Jahre Vorbereitung - das ist wahrlich nicht zu viel gewesen.
Mein altes Leben ist eine abkühlende Glut. Fast jeden Tag mache ich etwas "so zum letzten Mal". Unweigerlich nähert sich die gefürchtete Phase in der das Alte nicht mehr und das Neue noch nicht ist. Dieses schwarze Loch, das es zu überwinden gilt.
Und noch habe ich mich nicht wirklich an den neuen Lebensrhythmus gewöhnt. Fühle mich immer noch unter Druck, will leisten, schnell fertig werden, will mich irgendwo "bewerben", hoffe auf Erfolg.
Je näher das unbekannte rückt, desto mehr suche, brauche ich Halt beim Schutzpatron und Ziel meiner Reise: Aldo Moro. Ich schreibe ihm Briefe, Bitte um Beistand, fühle seine Wärme und freue mich über kleine Zeichen.
Aber auch John F's Energie ist mehr denn je gefragt. Denn der Pionier, der Abenteurer, das ist er. Die "Neuen Grenzen" der Aufbruch ins Unbekannte, das war sein Lebensthema. Sowohl auf intellektuell geistiger Ebene, als auch auf der physischen.
Sein Mut gibt mir halt. Obwohl - oder gerade deshalb, weil er gesagt hat "Die Geschichten von Mut in der Vergangenheit kann uns inspirieren, kann uns Hoffnung geben, aber nicht Mut an sich. Dafür muss jeder Mensch in seine eigene Seele blicken.". Doch
"We are not here to curse the darkness, but to light a candle that can guide us through that darkness to a safe and sane future. For the world is changing. The old era is ending. The old ways will not do. " - JFK
Abonnieren
Posts (Atom)









